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Humane Papillomviren (HPV)
Was war das nochmal? Warum solltest Du etwas darüber wissen?

Es gibt mehr als 150 verschiedene Arten von Humanen Papillomviren. Sie gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI), da sich die meisten sexuell aktiven Menschen (60-80%) im Laufe ihres Lebens mit HPV anstecken. Sie werden in Niedrigrisiko-Typen und Hochrisiko-Typen eingeteilt. Die meisten HPV-Infektionen sind symptomlos und heilen von selbst aus. Aber bleibt eine HPV-Infektion bestehen, kann sich z.B. am Gebärmutterhals, After oder Penis Krebs entwickeln.

Was kannst du tun?

HP-Viren sind sehr ansteckend und Du kannst Dich dagegen kaum schützen. Die effektivste Möglichkeit ist eine Impfung, die nahezu 100% Schutz bietet und damit das Risiko für Krebserkrankungen und Kondylome (Feigwarzen) senkt. Die Impfung besteht aus drei Impfterminen, sodass nach ca. einem Jahr ein vollständiger Impfschutz besteht.

Das Problem – die Impfung sollte am besten vor dem ersten Sexualkontakt durchgeführt werden, damit eine Ansteckung vermieden wird. Empfohlen wird die Impfung daher für Jungen und Mädchen bis zum 18. Lebensjahr, möglichst zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr. Während dieser Altersspanne werden die Impfkosten von der Krankenkasse übernommen.

Du bist erwachsen und möchtest Dich impfen lassen? Wer übernimmt die Kosten?

Auch nach dem ersten Sex kann noch gegen HPV geimpft werden, denn selbst wenn es schon zu einer HPV-Infektion gekommen sein sollte, kann die Impfung trotzdem noch einen Schutz vor den anderen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen bieten. Je früher die Impfung nachgeholt wird, desto besser. Hier spielt das individuelle Risiko und die Anzahl der Sexualpartner*innen jedoch eine Rolle. Daher sollte ärztlich abgeklärt werden, inwiefern Du von einer nachträglichen Impfung profitieren kannst. Erwachsene müssen die Kosten für die Impfung meist selbst tragen. In Deutschland kostet die komplette Impfung um die 500€. Erfrage am besten die Gesamtkosten vorher bei Deinem*Deiner Ärzt*in. Die Krankenkassen sind zur Zahlung nicht verpflichtet, übernehmen die Kosten je nach Risiko und Erfolgschance allerdings teilweise. Sprich Deine Krankenkasse auf eine mögliche Kostenerstattung an.

Wenn die Impfung für Dich keine Option ist?

Kein Grund zur Panik. Die meisten HPV Infektionen heilen von selbst aus und bleiben unbemerkt. Die Ansteckung mit einem Hochrisiko-Typ und die Entwicklung von Krebsvorstufen wird bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durch die Gynäkologie, Urolog*innen und Proktolog*innen überprüft. Krebsvorstufen, welche durch die HP-Viren verursacht werden, können durch einen Laser oder eine Operationen entfernt werden. Meist gelingt dies, noch bevor Krebs entsteht. Wenn Du an Deinem Körper Hautveränderungen bemerkst, dann lass’ diese ärztlich untersuchen. Wenn Du Dich mit einem Niedrigrisiko-Typ angesteckt hast, können sich Feigwarzen (Kondylome) entwickeln. Diese können operativ, mit Salben und Zäpfchen oder durch Verätzung mit Säure behandelt werden. Bei Fragen melde Dich bei uns. Mehr zu dem Thema findest Du auf unserer Website.

Du fragst Dich, ob Du  einen HPV-Test machen kannst und  dieser sinnvoll ist?

Die Impfung ist nicht zur Behandlung von HPV-bedingten Erkrankungen geeignet. Besteht zum Zeitpunkt der Impfung bereits eine Infektion oder Erkrankung, verursacht durch einen oder mehrere HPV-Typen, vor dem/denen der Impfstoff schützen kann, wirkt der Impfstoff gegen diese nicht. Allerdings schützt die Impfung in solchen Fällen vor Infektionen und Erkrankungen durch HPV-Typen, mit denen Du noch nicht infiziert bist. Daher ist derzeit eine HPV-Testung vor einer Impfung nicht sinnvoll und empfohlen. Bei einem positiven Testergebnis ist unklar, welcher HPV-Typ im Körper ist. Dazu ist eine weitere Testung notwendig, die einen hohen Aufwand erfordert und nur in spezialisierten Labors durchgeführt werden kann. Der Test kann darüber hinaus nicht unterscheiden, ob eine passagere (kurzzeitige) oder eine persistierende (langfristige) Infektion vorliegt. Für die Impfung und die Therapie spielt die Dauer der Infektion jedoch keine Rolle. Darüber hinaus wird die Therapie an den Symptomen orientiert und nicht am vorliegenden HPV-Typ. Es kann beispielsweise sein, dass Du dich mit einem Hochrisiko-Typ angesteckt hast, die Infektion allerdings von selbst ausheilt, nicht zu Krebsvorstufen führt und keine Heilbehandlung notwendig ist. Hier hätte ein Test eventuell zu Angst und Unsicherheiten geführt.