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MPX-Viren ("Affenpocken") - Was Du wissen solltest!

Die MPX-Viren ("Affenpocken") sind aktuell in aller Munde. Häufig werden Sie in Zusammenhang mit Gay-Partys genannt. Aber was bedeutet das?

„Affenpocken sind eine seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch-zu-Mensch sind nach aktuellen Erkenntnissen selten, aber möglich, vor allem bei engem Kontakt.“ schreibt das Robert-Koch-Institut auf seiner Website.

Es ist also nicht der Sex zwischen Männern alleine die Ursache für eine Übertragung. Vielmehr werden MPX-Viren übertragen durch

  • engen Haut-zu-Haut-Kontakt beim Sex oder bei engem Umarmen, Massieren und Küssen mit einer infizierten Person, insbesondere mit dem Affenpockenausschlag, den Wunden oder dem Schorf einer Person mit Affenpocken

  • Kontakt mit Objekten, die beim Sex benutzt wurden (z.B. Sexspielzeug)

  • Kontakt mit Stoffen (z.B. Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher) und Oberflächen, die von einer Person mit Affenpocken benutzt oder berührt wurden

  • Tröpfchen-Übertragung bei Unterhaltungen mit einer Person, die sich in der unmittelbaren Nähe befindet

  • enger Kontakt zu infizierten Tieren oder Verzehr deren Fleisch (Afrika) – also erstmal Übertagungswege unabhängig vom Geschlecht ist. 


Aber warum werden dann die Affenpocken im Zusammenhang mit Gay-Partys genannt?

Dies liegt daran, dass die ersten Patienten mit Affenpocken Besucher von zwei Veranstaltungen (Darklands Antwerpen, Gay Pride Las Palomas Gran Canaria) waren. In Berlin traten zudem bereits zwei Fälle vorher auf, weswegen hier eine andere Herkunft vermutet wird.


Woran erkenne ich Affenpocken? Welche Symptome habe ich?
Erste Symptome treten meist 5 bis 21 Tage nach dem Kontakt mit dem Virus auf.

  • teils sehr schmerzhafte Hautveränderungen (Pickel, Blasen, Ausschlag) im Genital-/Analbereich, an den Händen, Füßen, der Brust und dem Gesicht oder im Mund
  • Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Frösteln oder Abgeschlagenheit

Einige Menschen haben jedoch keine Beschwerden.


Wie kann ich mich schützen?
Affenpocken sind sehr leicht übertragbar. Mit folgenden Maßnahmen kannst Du das Risiko verringern, an Affenpocken zu erkranken: 

  • Reduziere die Anzahl Deiner Sexpartner*innen.
  • Benutze Kondome bei Sex. Diese verringern das Übertragungsrisiko, indem sie den direkten Kontakt mit den veränderten Schleimhäuten, besonders Anus und Vagina verhindern. 
  • Schau Dir Dein Gegenüber genau an. Wenn Du beispielsweise Hautveränderungen erkennst, dann vermeide den Kontakt. Berühre keine Ausschläge oder Wunden.
  • Meide den Besuch von Orten, an denen wenig bis keine Kleindung getragen wird, wie beispielsweise Darkrooms, Saunen oder Sex-Clubs, aber auch Partys, Veranstaltungen oder Clubs, da dort doe Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Affenpocken deutlich erhöht ist.

Gibt es eine Impfung?

Ja. Der reguläre Pocken-Impfstoff ist seit 2013 in der EU zugelassen. Dieser kann auch zum Schutz vor Affenpocken eingesetzt werden (ab 18 Jahren). Informationen und häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung.


Weitere Informationen

Das Robert-Koch-Institut hat auf seiner Website Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) sowie Informationsflyer veröffentlicht.